Over there

 

Over There war eine Serie über den Irakkrieg und lief auf dem US-Fernsehkanal FX. Die 13 Folgen liefen zwischen dem 27. Juli und dem 26. Oktober 2005. Trotz vieler positiver Kritiken gab der Sender FX am 1. November 2005 bekannt, dass die Serie aufgrund sinkender Quoten keine zweite Staffel erleben werde. Alle Folgen der Serie wurden am 21. März 2006 in der USA und Kanada auf DVD veröffentlicht. In Deutschland strahlt der Pay-TV-Sender Premiere „Over There“ ab dem 15. März 2007 aus.

(www.wikipedia.de)

„Versuche am Leben zu bleiben, mehr haben wir im Moment nicht zu tun!“, brüllt der Gruppenführer seinen neuen Grünschnäbeln, so der Titel der ersten Folge von „Over There„, im Graben unter Beschuss zu. Mehr passiert eigentlich auch nicht wirklich in der ersten Folge, trotzdem schafft sie es, von der ersten bis zur letzten Minute eine tolle und dichte Atmosphäre auf  zu bauen und zu halten.

Es scheint in Mode gekommen zu sein, dass jeder Krieg seine eigene Serie oder gar Kinofilm bekommt. Sei es nun der „erste Golfkrieg“, vertreten durch „Jarhead“ oder den großartigen „Three Kings“ oder der Vietnamkrieg mit seinen unzähligen „Antikriegsfilmen“.

Hier also die Serie zum aktuellen „Kampf gegen den Terror“. Ich hatte schlimmes befürchtet. Eine US Serie über einen Krieg, an dem die USA selbst beteiligt sind, lässt immer Pathos, Nationalismus und übermäßiges Heldentum befürchten. Aber gut, dass es zur Zeit in Hollywood als chic gilt, sich kritisch über Politik und Krieg zu äußern. So bleiben diese Befürchtungen weitestgehend unbegründet. “Over There“ schafft es, was auch schon in vielen anderen Produktionen dieses Genres geschafft wurde:

Einen Krieg für den Zuschauer „realistisch“ darzustellen und gleichzeitig zu unterhalten. Antonia Radost  die, wenn es auch nur ansatzweise irgendwo um den Irak geht prompt Gewehr bei Fuß steht, schreibt in der TV-DIGITAL: „Ich werde kein Fan dieser neuen Serie über den Irak – Krieg werden: Zwar ist sie unterhaltsam, aber manche Szenen errinnern eher an lateinamerikanische Telenovelas. …“                     Was die gute Toni dabei aber vergisst: Wenn ich mich abends vor den Fernseher setzte, dann in erster Linie mit einer Intention: Unterhaltet mich! Und das tut „Over There“ wie ich finde gar nicht schlecht.

 Klar sind Charaktere nicht sonderlich einfallsreich und jeder eine Schublade für sich. Da gibt „den Intellektuellen“, „den Texaner“ und auch zwei Frauen sind dabei. Aber was soll´s. Solange diese simple Aufteilung dazu dient, mich am Abend zu unterhalten und ich mich dabei auch noch der Illusion hingeben darf, etwas „anspruchvolles“ zu gucken, ist doch allen gedient.

Szenenwechsel. Die Truppe liegt im Graben, auf 6 mit MGs bewaffnete Soldaten rennt EIN offensichtlich ganz böser Iraker, ebenfalls mit einem MG bewaffnet, zu. Zum Glück erscheint in dieser aussichtlos erscheinenden Situation die rettendet US – Verstärkung: Ein mit einer ordentlichen Wumme bewaffneter Truck (Rakten? Granaten? Wat weiss ich, hauptsache et knallt ordentlich) erscheint hinter den schwer bedrohten Soldaten, die in Deckung gehen und zusehen, wie der Truck eines seiner Geschosse auf die irakische Einmannübermacht feuert. Der Oberkörper des Irakers expoldiert, die Beine laufen noch ein Paar Schritte, bevor sie zusammen brechen.

Hier darf dann doch mal gefragt werden, ob es nötig ist, derartige Splatterszenen in einer sich so ernst nehmenden Serie einzubauen. Solche, zum Glück nur selten eingesetzten, Hardcoreszenen lassen den Horrorfilmfan in mir mit der Zunge schnalzen, den vernünftigen, friedvollen Menschen in mir aber feststellen, sowas ist hier eindeutig „too much“.

Eins steht jedenfalls fest: Ich bleib am Ball und will mehr von dieser Serie sehen. Als Unterhaltung, nicht als Nachrichtenersatz.

Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack:

~ von daeaap am März 13, 2007.

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